Seit Beginn des starken Zustroms von Flüchtlingen ist von deutschen Politikern immer wieder und laut die Forderung zu vernehmen, etwas in den Herkunftsländern der Flüchtlinge zu tun, um die Lage dort zu verbessern. Viel zu lange hat sich das offizielle Deutschland jedoch nicht für die Probleme der Entwicklungsländer interessiert. Eine miserable ökonomische Situation breiter Bevölkerungsschichten und die vollkommene Perspektivlosigkeit der Menschen, diese Situation in ihren Ländern auf friedlichem Weg spürbar verändern zu können, sind jedoch die Hauptursachen für Kriege, Bürgerkriege und Flüchtlingsströme. Es muss sich daher in erster Linie um die Lösung der makroökonomischen Probleme bemüht werden. Und das setzt voraus, dass man ihre Ursachen vorurteilslos analysiert, also etwa Dogmen wie den Wettbewerb um jeden Preis oder den Freihandel, die Freiheit der Devisenmärkte und die Liberalisierung der Kapitalmärkte in Frage stellt.

Am Mittwoch, den 11. Mai wird Prof. Dr. Heiner Flassbeck in der nächsten Ringvorlesung zum oben genannten Themen referieren.  Wir freuen uns auf einen spannenden Vortrag und eine lebhafte Diskussion. Los geht es um 19 Uhr in Raum SN163.

Referent:
Prof. Dr. Heiner Flassbeck war von 2003 bis zu seinem Abschied in den Ruhestand im Jahr 2012 Direktor der Abteilung „Globalisierung und Entwicklungsstrategien“ bei der Handels- und Entwicklungskonferenz der Vereinten Nationen (UNCTAD) in Genf. Zuvor war er unter anderem Leiter der Abteilung Konjunktur am DIW in Berlin sowie Staatssekretär im Bundesfinanzministerium und wurde im Jahr 2005 von der Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik zum Honorarprofessor berufen. Darüber hinaus ist Prof. Dr. Flassbeck Autor mehrerer ökonomischer Sachbücher und zahlreicher weiterer Publikationen, wodurch er auch außerhalb von Fachkreisen Bekanntheit erlangt hat.

Zu weiteren Veranstaltungen der Ringvorlesung kommt ihr hier.