Ringvorlesung mit Michael Ehrmann, PhD unter dem Leitthema „The New Normal – aktuelle Makroökonomie“
14. April 2018 | 19:00 bis 20:30 Uhr | Hörsaal SN169 im Schloss

Kommunikation ist ein integraler Bestandteil der Geldpolitik: Zentralbanken beeinflussen das Wirtschafts­geschehen nicht nur durch ihre Politikmaßnahmen, sondern darüber hinaus in nicht unerheblichem Maße durch ihre Kommunikation.

Insbesondere Finanzmärkte verfolgen die Veröffentlichungen der Zentralbanken sehr genau, aber auch in anderen Wirtschafts­bereichen, in den Medien, der Politik und zunehmend in der breiten Öffentlichkeit wird ihnen Beachtung geschenkt. Die Bedeutung der Zentralbankkommunikation hat insbesondere seit der globalen Finanzkrise stark zugenommen: Zentralbanken haben neue geldpolitische Instrumente eingesetzt, deren Wirkungs­weise erklärt werden musste und die in der öffentlichen Debatte zum Teil kontrovers diskutiert wurden. Darüber hinaus haben viele Zentralbanken begonnen, ihre Geldpolitik längerfristig auszurichten, was beinhaltet, dass sie ihre Erwartungen über den weiteren Verlauf der geldpolitischen Maßnahmen bekanntgeben. In dieser Veranstaltung werden diese Entwicklungen aufgezeigt, und es wird untersucht, inwiefern es den Zentralbanken tatsächlich gelungen ist, ihre geldpolitischen Strategien zu erklären und die Erwartungen über zukünftige geldpolitische Maßnahmen zu beeinflussen.

Referent

Nach Abschluss seines Ph.D. am European University Institute (EUI) in Florenz lehrte Michael Ehrmann in Berlin und Frankfurt. Anschließend zog es ihn nach Kanada, wo er diverse Positionen in der Research Abteilung der Bank of Canada innehielt. Ende 2016 kehrte er nach Frankfurt zurück. Michael Ehrmann ist momentan Leiter der Monetary Policy Research Division an der Europäischen Zentralbank und analysiert dort die Auswirkungen der Geldpolitik der EZB.